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Aktuell


Frauenstadtrundgang
Sa. 2. Mai 2026, 14 Uhr

«Wiboradas Schwestern»


«Wiboradas Schwestern» waren Frauen, die im Kanton oder in der Stadt St. Gallen lebten, sich politisch äusserten, für Frauenbildung eintraten oder die 1953 zum 150-Jahr-Jubiläum des Kantons St. Gallen eine ganze Ausstellung zu Frauenarbeit auf die Beine stellten. Die Juristin Susanne Steiner-Rost, die Grafikerin Lucie Scherrer, die Lehrerin Elsa Nüesch, die Richterin Margrith Bigler-Eggenberger, die Textilkünstlerin Verena Lehmann und die Frauen, die im St. Galler Schuhhaus täglich ein- und ausgingen waren starke, visionäre, beharrliche, kreative, belesene und einflussnehmende Frauen – genau wie Wiborada.

Am 2. Mai ist Premiere des neuen Frauenstadtrundgangs im Rahmen des Wiborada Jubiläumsfestes. Teil 1 beginnt um 14:30 und Teil 2 um 16 Uhr. Die gekürzten Rundgänge an der Premiere am 2. Mai sind gratis.

Weitere Termine und alle Informationen finden Sie hier


Diskussion und Vortrag
Di. 5. Mai 2026, 19 Uhr
Palace St. Gallen

Themenreihe zum Wiborada-Jubiläum: Frauengeschichte gestern und heute


St. Gallen feiert am 2. Mai 2026 den 1100. Todestag der Inklusin Wiborada von St. Gallen. Der Verein «Wiborada Jubiläum» möchte diese inspirierende historische Figur, welche die Stadt St. Gallen vor der Zerstörung bewahrt hat, ins kollektive Bewusstsein einschreiben und ihre Bedeutung für die Gesellschaft sichtbar machen. 

Die Figur Wiborada möchten wir anlässlich der Jubiläumsfeierlichkeiten aus feministischer und historisch-kritischer Perspektive beleuchten. Taugt sie als Heldin für feministisch informierte Geschichtsformate? Was geht verloren, wenn wir den historischen Kontext dabei zu stark vereinfachen? Und (warum) ist es noch immer ein widerständiger Akt, Frauenbiografien und -geschichte(n) aufzubereiten und aus dem Vergessen zu holen? Wir laden dafür zu einer vielseitigen Themenreihe im St.Galler Kultur- und Konzertlokal Palace im Polit-Format «Erfreuliche Universität» ein.

Podium: Müssen es immer Heldinnen sein? Frauenleben erzählen und erinnern

Zum Auftakt der Themenreihe am 5. Mai werden Prof. Caroline Arni von der Universität Basel und die Journalistin Jasmine Lörchner (Podcast «Herstory») im Gespräch mit Archivleiterin Judith Grosse die Wiederentdeckung der Wiborada und die vielen Projektionen, die damit verbunden sind, kritisch-historisch einordnen. Beide beschäftigen sich in verschiedenen Formaten mit Frauenbiografien und Geschlechterverhältnissen und kennen die Chancen und Fallstricke dieses Genres: Wie können wir Frauenbiografien populär erzählen und ihnen dennoch aus historischer Perspektive gerecht werden? Warum ist biografisches Erzählen gerade für die Frauengeschichte so bedeutsam? Und wie erzählt man Lebensgeschichten differenziert, ohne die Protagonistinnen zu idealisieren oder zu Anti-Heldinnen zu machen – und ist das überhaupt die spannendste Frage, die wir an die Geschichte stellen können?

Tür: 19:00 // Beginn: 19:30

Eintritt: Fr 10.- (mit Kulturlegi gratis)


Vortrag: «Wiborada – Weder vrouwe noch wîp noch nunne. Weibliche Handlungsspielräume im Mittelalter»

Zwischen Schweigen und Schrift entfaltet sich die verborgene Geschichte der Frauen im Mittelalter. Die Mediävistin und Kulturvermittlerin Tanja Scherrer beleuchtet am 12. Mai die lückenhafte Quellenlage im Mittelalter und fragt, wie weibliche Stimmen aus männlich geprägten Texten rekonstruiert werden können. Am Beispiel der berühmten St. Galler Inklusin Wiborada zeigt sich, wie Frauen trotz enger Grenzen eigene Wege fanden – zwischen Anpassung, Spiritualität und Selbstbestimmung.

Tür: 19:00 // Beginn: 19:30

Eintritt: Fr 10.- (mit Kulturlegi gratis)


Podium zum Jubiläum der Wyborada-Bibliothek: Aktiv & feministisch – 1980er und heute

Am 19. Mai begegnen sich auf der Palace-Bühne zwei Frauen aus der 80er-Bewegung und zwei Frauen aus der Gegenwart zu einem generationenübergreifenden Podiumsgespräch. Gemeinsam diskutieren sie über die Entstehung der Bibliothek Wyborada und weiterer feministischer Projekte. Im Austausch zwischen damals und heute blicken wir auf die Anfänge des Vereins zurück und fragen, was die historische Wiborada und die wilden Frauen der 80er gemeinsam haben – und was sie uns für die Gegenwart zu sagen haben.

Intro: Karin Karinna Bühler (Bibliothek Wyborada) & Judith Grosse (Archiv für Frauen- und Sozialgeschichte Ostschweiz)

Auf dem Podium: Claude Bühler (Künstlerin, u.a. Glitch-Festival, Salon Vert, Tender Photo), Jessica Jurassica (Autorin von u.a. Gaslicht, Das Ideal des Kaputten), Silvia Vetsch (Sozialarbeiterin, langjährige Leiterin Frauenhaus St.Gallen, Mitbegründerin Wendo und PFG) und Marina Widmer (Soziologin, Mitbegründerin des Vereins Wyborada, des Frauenarchivs Ostschweiz und der PFG)

Moderation: Nadia Brügger (Literaturwissenschaftlerin, Autorin)

Tür: 19:00 // Beginn: jeweils 19:30

Eintritt: jeweils Fr 10.- (mit Kulturlegi gratis)


Austausch
Do. 25. Juni 2026, 18 Uhr
Archiv für Frauen- und Sozialgeschichte Ostschweiz

Sommer-Drink für Archivmitglieder


Wir laden herzlich ein zu einem unkomplizierten und erfrischenden Sommer-Drink in den «Gärten» des Archivs – auch bekannt als Innenhof unserer Räumlichkeiten an der Florastrasse 6. Mit Neuigkeiten aus dem Archiv und einem gemütlichen Austausch.

Kleines Extra: Tragt ein historisches Detail – die Brosche der Grossmutter, der Pin von 1991…

Wir freuen uns auf Archivmitglieder und alle, die das Archiv bei dieser Gelegenheit kennenlernen möchten!
P.S. Alle, die noch Mitglied werden wollen, lesen bitte hier weiter


digitale Ausstellung

Oral History zur Zeitgeschichte der Ostschweiz


Unsere ehemalige Mitarbeiterin Christina Nanz hatte im Rahmen ihrer Masterarbeit ein umfassendes Vermittlungskonzept für unsere Oral History-Interviews zur Zeitgeschichte der Ostschweiz entwickelt, das nun hier auf unserer Website umgesetzt ist und erkundet werden kann. In vier Themenkapiteln können Sie sich vertieft über die Neue Frauenbewegung, Frauen in der Politik, die Migrationsgeschichte und die Neuen Sozialen Bewegungen informieren und ausgewählte Ausschnitte aus einigen der geführten Interviews anschauen. Diese stellen natürlich nur einen Bruchteil der eigentlichen Interviews dar. In voller Länge sind diese Interviews unter Einhaltung unserer Nutzungsbedingungen im Archiv einsehbar.

Ganz herzlich bedanken möchten wir uns noch einmal bei allen Zeitzeug*innen, die sich am Projekt beteiligt haben und ihre persönlichen Geschichten mit uns geteilt haben!