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Aktuell


Führung
Sa 14. November 2026, 13 Uhr
Montlingen

Tag der offenen Tür im Hedwig-Scherrer-Haus


Hedwig Scherrer (1878 bis 1840) war Malerin, Illustratorin und Pazifistin. Sie wuchs in Sulgen TG und St.Gallen auf. Sie war eine der ersten professionell ausgebildeten Künstlerinnen in der Schweiz. In St.Gallen besuchte sie 1894 die Zeichnungsschule des Industrie- und Gewerbemuseums (heute Textilmuseum). Danach lernte sie an der Damenakademie des Münchner Künstlerinnenvereins und schloss 1900 ihre Ausbildung in Paris ab. Sie arbeitete als Illustratorin und Malerin. Das künstlerische Werk umfasst Landschaften, Porträts und Miniaturmalerei und zeigt Anklänge an den Jugendstil und den Symbolismus. Mit ihrem ganz besonderen Humor hielt sie ihr Leben, ihre Erlebnisse und Missgeschicke in amüsanten Karikaturen fest.

Das Jugendstil-Künstlerhaus in Montlingen wurde in den Jahren 1906 bis 1908 nach Hedwig Scherrers eigenen Plänen erbaut. Es ist ein Gesamtkunstwerk, das im Inneren mit zweckmässigen Einbauten, Möbeln und bemerkenswerten Wandmalereien überrascht.

Am Wochenende des 14. und 15. November öffnet das Haus seine Türen für das interessierte Publikum. Mit Führungen oder selbständig kann das von der Künstlerin bis ins Detail durchdachte Gebäude besichtigt werden. Eine aussergewöhnliche Möglichkeit, da es normalerweise privat bewohnt und nicht zugänglich ist.

Führung am Sa, 14. November 2026, 13.00 – 14.00 Uhr  sowie 15.00 – 16.00 Uhr

Führungen am So, 15. November 2026, 11.00 – 12.00 Uhr sowie von 13.00 – 14.00 Uhr

Freier Eintritt mit Kollekte

Hedwig Scherrer Haus, Bergliweg 17, 9462 Montlingen


Ausstellung
Fr 25. September 2026, 11 Uhr
Gossau

Frauenspuren im Hallenbad


Die Pop-up-Ausstellung «Frauenspuren im Hallenbad» im ehemaligen Hallenbad Rosenau zeigt, welchen Beitrag Frauen über Generationen hinweg für Gesellschaft, Kultur und Politik geleistet haben und mit welchen Herausforderungen sie konfrontiert waren. Die Ausstellung greift zudem aktuelle Themen auf und gibt jungen Frauen Raum, ihre Gedanken und Wünsche für die Zukunft sichtbar zu machen.

Die Ausstellung widmet sich dem Gestern, dem Heute und dem Morgen. Für den Ausstellungsteil «Nicht gefragt – aber betroffen» zur regionalen Frauengeschichte im 20. Jahrhundert durfte das Archiv für Frauen- und Sozialgeschichte Ostschweiz die Ausstellungsmacherinnen unterstützen.

Frauen haben das 20. Jahrhundert miterlebt, mitgestaltet und verändert, oft jedoch unter Bedingungen, die sie selbst kaum beeinflussen konnten.Sechs Zeitfenster führen durch ein Jahrhundert, in dem gesellschaftliche Normen, Politik, Kirche, Familie und Arbeitswelt den Alltag und die Handlungsspielräume von Frauen bestimmten. Gleichzeitig erzählt die Ausstellung von Frauen, die bestehende Grenzen infrage stellten und sich Schritt für Schritt mehr Bildung, Mitsprache, Gleichstellung und Selbstbestimmung erkämpften.

Die Ausstellung Frauenspuren im Hallenbad ist vom 25. September bis 31. Dezember geöffnet. Jeweils freitags, samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr.


Menschen aller Generationen und Geschlechter sind eingeladen, Frauengeschichte und Frauengeschichten zu entdecken und sich aktiv an den Diskussionen zu beteiligen.

Den Flyer für das spannende Begleitprogramm zur Ausstellung finden Sie hier


Podcast

Müssen es immer Heldinnen sein? Frauenleben erzählen und erinnern


Als Beitrag zum Wiborada-Monat-Mai hatten wir vom Archiv uns vorgenommen, die St. Galler Stadtheilige Wiborada, Inklusin aus dem Frühmittelalter, aus frauengeschichtlicher Perspektive historisch-kritisch einzuordnen.

Dabei hatten wir mit Prof. Caroline Arni, Historikerin an der Universität Basel und der Journalistin Jasmine Lörchner vom Podcasts HerStory am 5. Mai geballte Kompetenz auf der Bühne des Palace versammelt, um insbesondere heutige Deutungen der Wiborada in den Blick zu nehmen und das Potenzial dieser Figur für feministische Vermittlungsformate auszuloten – taugt sie als Heldin für solche Erzählungen? Im Gespräch mit Archivleiterin Judith Grosse ging es dabei auch allgemein um die Chancen und Fallstricke solcher Geschichtsformate: Wie können wir Frauenbiografien populär erzählen und ihnen dennoch aus historischer Perspektive gerecht werden? Warum ist biografisches Erzählen gerade für die Frauengeschichte so bedeutsam? Und wie erzählt man Lebensgeschichten differenziert, ohne die Protagonistinnen zu idealisieren oder zu Anti-Heldinnen zu machen – und ist das überhaupt die spannendste Frage, die wir an die Geschichte stellen können?

Wir freuen uns sehr, dass das Podiumsgespräch nun im Podcast-Feed von Jasmin Lörchners HerStory nachzuhören. Hier gehts zur Folge.

Und wer noch mehr hören möchte: Die Veranstaltung in St. Gallen hat Jasmin Lörchner zu einer eigenen HerStory-Folge über die historische Figur der Wiborada inspiriert! Anhören lässt sich das Ergebnis hier.


digitale Ausstellung

Oral History zur Zeitgeschichte der Ostschweiz


Diese vier Zeitzeug:innen berichten über ihr Engagement in den sog. neuen sozialen Bewegungen und der neuen Frauenbewegung, über ihre Migrationsgeschichte oder ihre Erlebnisse als Frauen im Politbetrieb. Möchten Sie mehr darüber erfahren, was diese und weitere Personen aus ihrem Leben berichten? Neu finden Sie hier auf unserer Website einen kuratierten Einblick in unsere Sammlung von Oral History Interviews.

Unsere ehemalige Mitarbeiterin Christina Nanz hat im Rahmen ihrer Masterarbeit ein umfassendes Vermittlungskonzept für unser Projekt «Zeitgeschichte der Ostschweiz» entwickelt. In vier Themenkapiteln können Sie sich vertieft über die Neue Frauenbewegung, Frauen in der Politik, die Migrationsgeschichte und die Neuen Sozialen Bewegungen informieren und ausgewählte Ausschnitte aus einigen der geführten Interviews anschauen.

Ganz herzlich bedanken möchten wir uns noch einmal bei allen Zeitzeug*innen, die sich am Projekt beteiligt haben und ihre persönlichen Geschichten mit uns geteilt haben!