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Papierbestände
Verein für Krankenpflege Herisau
Signatur AFGO.011
Entstehungszeitraum 1884 - 1992
Umfang 0.2 m
Provenienz Verein für Krankenpflege Herisau
Verwaltungsgeschichte/Biografische Angaben

1884: Gründung Verein für Krankenpflege Herisau.
Um 1880 beschäftigte sich der Evangelische Frauenverein Herisau intensiv mit der Frage der Gemeindepflege. 1883 wurde bei der Diakonissenanstalt Neumünster abgeklärt, ob eine Diakonissin für den Dienst gewonnen werden kann. Voraussetzung dafür war die Konstituierung eines Krankenvereins in Herisau.1884 wurde die erste Diakonissin angestellt: Schwester Johanna Bucher.

Die Komiteemitglieder übernahmen neben den üblichen Vorstandsaufgaben die Besorgung von Näh- und Flickarbeiten, die Rekrutierung von Helferinnen, Krankenbesuche, Beschaffung von Speisen für die Kranken, Arbeitsunterstützung der Diakonissin.
Neben der eigentlichen Krankenpflege erledigten die Schwestern Arbeiten in den verschiedenen Haushalten und Aufgaben bei der Kinderbetreuung. In den ersten 10 Jahren fand ein starker Personalwechsel statt, wahrscheinlich aufgrund der körperlichen und psychischen Anstrengungen. Die Komiteemitglieder selbst zeigten sich immer wieder interessiert an persönlichen Kontakten zu den Patient/innen.
1907 wurde eine zweite Krankenpflegerin angestellt.
Ab 1916 übernahmen Privatpersonen Pflegeaufträge (vgl. dazu auch: Festschrift 100 Jahre Spital Herisau, 1979, Beitrag von Dr. Auer).

1940: Überarbeitung der Statuten: Beitragsleistungen für Spital- und Kuraufenthalte sowie die Abgabe von Naturalien fallen nicht mehr in den Aufgabenbereich des Vereins. Die Schwestern haben keine Haushaltarbeiten mehr zu übernehmen, Nachtwachen sind nur noch je zweimal pro Woche zu machen.
In den folgenden Jahren war der Schwesternwechsel hoch und 1957 konnte die Diakonissenanstalt Neumünster wegen Schwesternmangel keine Schwestern mehr zur Verfügung stellen.
1970: Überarbeitung der Statuten: Der Verein bezweckt, kranken und pflegebedürftigen Gemeindemitgliedern die Wohltat einer richtigen und sachgemässen Pflege zu verschaffen. Art.8: Die Krankenschwestern stehen im Bedarfsfalle allen kranken und pflegebedürftigen Gemeindemitgliedern zur Verfügung. Der Dienst und die Aufgaben der Schwestern werden durch ein Pflichtenheft geregelt.
1976 stand der Verein auf einer sehr unsicheren finanziellen Basis. Aus diesem Grund wurden der Gemeinderat Herisau und die Evangelisch-Reformierte Kirchenvorsteherschaft gebeten, ihre Beiträge den Verhältnissen entsprechend zu erhöhen. Beide Gremien kamen den Gesuchen nach.
1992 bereitete eine Arbeitsgruppe die Fusion des Allgemeinen Frauenvereins mit dem Verein für Krankenpflege vor. 1993 fusionierten der "Allgemeine Frauenverein Herisau" (vgl. AFGO.010), der "Verein für Krankenpflege Herisau" und die katholische "Familien- und Krankenpflegestiftung Herisau AR" zur "Spitex Herisau" (vgl. AFGO.012). Die Archivalien der "Familien- und Krankenpflegestiftung" befinden sich vermutlich im Archiv der Katholischen Pfarrei Herisau, AR.
(Quellen: Statuten 1970; Festrede zum 100-Jahr-Jubiläum, ca.1982; Tätigkeitsberichte 1980-1992)

Der Bestand enthält die Namen der folgenden Personen:

Vorstandsmitglieder (der Jubiläumsbericht erwähnt keine der im Vorstand vertretenen Frauen: Herr Pfr. Buff, 1939-?; Herr Preisig-Steiger, 1939-?; Xaver Locher, 1860er-Jahre
Vorstand 1981 / 1989: Frau l. Kreienbühl-Kast; Fred Eichenberger; Herr J. Schweizer; Frau E. Naef-Meier; Frau U. Zellweger-Bernhard; Ilse Schläpfer-Reiser; Herr T.Zimmermann; Hans Koller
Vorstand 1990 / 1992: Kurt Nüssli; Paul Schläpfer; Alice Schneider; Monika Stamm-Weber; Fritz Künzli; Peter Kutschmann; Elisabeth Werder

Krankenpflegerinnen:
Frieda Brodbeck, Diakonissin, ca.1897-1906; Louisa Breiter, Diakonissin, 1905-1939; Lina Studiger, freie Krankenpflegerin, angestellt als zweite Krankenpflegerin, 1907-1939; Berti Kuratli 1944-1967; Mina Fischer, 1947-1956; Flora Braun, 1957-1963 und 1970-1972, verstorben 3.9.1990; Dora Hörler, Diakonissin, 1974-?; Elisabeth Munz ?-1981; Elisabeth Locher; Doris Bühler 1981-1984; Heidi Häberli, Diakonissin,1981-?; Heidi Brühlmann, 1984-; Helga Dürschner, Ablösungen; Vreini Wild, Aushilfen, 1990
(Quelle: Festrede zum 100-Jahr-Jubiläum, ca.1982)

Bestandsgeschichte Die Unterlagen des Vereins für Krankenpflege Herisau wurden dem Archiv für Frauen- und Geschlechtergeschichte im Mai und August 2000 von privater Hand übergeben.
Form und Inhalt Der Bestand enthält Selbstdarstellungen; Statuten; Jahresberichte; Unterlagen zum Rechnungswesen; Sitzungsprotokolle; Unterlagen zu einzelnen Sachgeschäften. Er umfasst Dokumente der Jahre 1884 bis1992 in 2 Archivschachteln.
Neuzugänge Es werden keine Nachlieferungen erwartet.
Zugangsbestimmungen Der Bestand ist im Archiv für Frauen-, Geschlechter- und Sozialgeschichte Ostschweiz ohne Benutzungseinschränkungen einsehbar.
Sprache/Schrift Deutsch
Verwandtes Material Allgemeiner Frauenverein Herisau, AFGO.010; Spitex Herisau, AFGO.012; Familien- und Krankenpflegestiftung, Archiv der Katholischen Pfarrei Herisau, AR
Bearbeiter:in und Zeitraum der Verzeichnung Sabin Schreiber, 11.6.2002
Überarbeitung: Christina Nanz, 13.06.2023
Verzeichnisgrundsätze

Bis ins Jahr 2010 verwendete das Archiv für Frauen-, Geschlechter- und Sozialgeschichte bei der Erschliessung ein standardisiertes Klassifikationsschema mit einem vorgegebenen Dezimalsystem für die verschiedenen Kategorien (z.B. 10 = Selbstdarstellungen, 20 = Statuten/Reglemente). Die Seriennummern und -titel, der bis 2010 erfassten Bestände, basieren auf diesem Klassifikationsschema:

Eine weitere Besonderheit der Verzeichnung: Um die Namen von Frauen gezielt zu dokumentieren, wurde in den zuvor verwendeten Findmitteln jeweils ein eigenes Feld („Namenskarte“) definiert. Die Informationen sind nun im Feld „Verwaltungsgeschichte/Biografische Angaben“ zu finden.

Die Verzeichnung folgt dem internationalen Archivstandard ISAD(G).