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Papierbestände
Gemeinnütziger Frauenverein der Kantone St. Gallen und Appenzell AR
Signatur AFGO.114
Entstehungszeitraum 1972 - 2010
Umfang 0.3 lfm
Provenienz Gemeinnütziger Frauenverein der Kantone St. Gallen und Appenzell AR
Verwaltungsgeschichte/Biografische Angaben Das Ziel, die Sektionen des Kantonsgebietes SG/AR zu vernetzen und ein Bindeglied zum SGF, heute Dachverband Schweizerischer Gemeinnütziger Frauen, zu sein, wurde1972 auf Initiative von Ruth Volland, damals Präsidentin des Gemeinnützigen Frauenvereins (GF) St. Gallen, begründet. Man entschied, nicht nur ein loser Zusammenschluss zu sein, wie es ihn schon früher unter der Leitung von Dr. Heidi Seiler gegeben hatte, sondern sich als Verein aufzustellen. Der Verein ist gemäss Statuten parteipolitisch unabhängig und konfessionell neutral. Am 5. März 1975 wurden die Statuten genehmigt und der Zusammenschluss der SGF­ Sektionen der Kantone St. Gallen und Appenzell AR gegründet. Ab 1981 nahm die jeweilige Präsidentin an der Zusammenkunft der Kantonalvereine mit dem Zentralvorstand des SGF teil.
Ehrungen langjähriger Hausangestellter, ein Ferienheim für Mutter und Kind, Flüchtlingsfamilien aus Vietnam und Kinderkleiderbörsen waren unter anderen erste Themen. 1979 wurde Frau Pfarrer Walser aus Teufen Präsidentin. Die Anfangszeit bis ca. 1983/84 wurden rückblickend als eher schwierige Jahre wahrgenommen. Auch der SGF steckte in der Krise; das Zentralblatt wurde kritisiert, man wollte kein „Chuchiheftli".
Das Präsidium von Frau Ammann (Uzwil) wurde wegen Wegzugs beendet und Ruth Volland (erste Gemeinderätin in St. Gallen), die sich für den Weiterbestand eingesetzt hatte, übernahm das vakante Präsidium für weitere 3 Jahre.1988 übernahm das Co­-Präsidium Dütsch/Eggenberger die Geschicke des Vereins. Das Pestalozzidorf Trogen, das Altersheim Rheinauen in Diepoldsau, das Polenmuseum in Rapperswil, die Brockenstuben, ein Vortrag über den "Wechsel der sozialen Stellung der Frau in der Gesellschaft" (Dr. Lilli Nabholz) waren Bildungsthemen der Jahre um 1990. An der Jahresversammlung in Diepoldsau 1990 versammelten sich 70 Teilnehmende: 3 neue Sektionen wurden aufgenommen, somit hatten sich 23 Ortsvereine zusammen­
geschlossen. Im gleichen Jahr hatten 5 Rheintaler Sektionen einen Stand an der Messe RHEMA. Mittels eines Wettbewerbs wurde versucht, Vorurteile und Negatives über Frauenvereine abzubauen.
1991 wurde nach 20 Jahren Vorstandsarbeit in Rapperswil/Jona Frau Elisabeth Luchsinger als Präsidentin des Zusammenschlusses SG/AR gewählt. An der folgenden Jahresversammlung am 8. Sept. 92 in Wil sprach Karin Mercier, die damalige Redaktorin des „Zentralblattes" zum Thema "Aktuelles im und um den Frauenverein". Sie forderte die Frauen des SGF auf, sich mit den aktuellen Problemen auseinanderzusetzen. Wichtig sei für die Modernisierung der Gemeinnützigkeit bzw. ihrer Ziele und Wege, mit Fachpersonen zusammenzuarbeiten und im direkten Austausch mit Betroffenen zu bleiben.
An der 19. Jahresversammlung (1994) in St. Gallen wurde die damalige Präsidentin von Rapperswil, Frau Elisabeth Corbella, in den Kantonalvorstand gewählt. Über die sogenannt gemeinnützige Arbeit im
Wandel der Zeit wurde weiterhin reflektiert: Das „Zentralblatt" wurde zu „ideelle."
An der Jahresversammlung 1995 in Berneck traten die Präsidentin Frau Luchsinger, Vizepräsidentin Ruth Bieri und die langjährige Aktuarin Margrit Höber gemeinsam zurück. Erst nach einem Aufruf von Kantonsrätin Helga Klee meldeten sich Anny Rebsch, Uznach, als Aktuarin und Christina Dierauer, Berneck, für das Präsidium.
In Vorbereitung auf das internationale Jahr der Freiwilligen 2001 begannen verschiedene Sektionen schweizweit, ihre ehrenamtlich geleistete Arbeit zu beziffern: 1999 dokumentierten beispielsweise in St. Gallen/Appenzell 16 Sektionen von 23 die Einsätze für Vorstandsarbeit und Vereinsaktivitäten und erreichten eine Sozialbilanz von 22'000 Stunden gemeinnütziger Arbeit.
Die 25. Jahresversammlung im Jahr 2000 galt den Themen „Gewalt an Frauen" und „Gassenküche". Anlässlich des 111-jährigen Jubiläums des SGF beteiligten sich viele Sektionen an der SGF-Woche mit verschiedenen Standaktionen. Der GF Rapperswil/Jona war in seinem 105. Vereinsjahr 2001 Gastgeber für die 113.
Mitgliederversammlung des SGF: 230 Frauen nahmen am Vorabend am Rahmenprogramm teil, 560 Teilnehmerinnen folgten der Tagung. In seiner Grussbotschaft betonte Bundesrat Moritz Leuenberger:
Ehrenamtliche Arbeit von SGF-Frauen müsste pro Jahr mit mindestens 30 Mio Franken
entlöhnt werden.
Quelle: Rückblick des Vorstandsmitglieds Judith Claude (zugleich Präsidentin des GF St. Gallen) anlässlich der 30. Jahresversammlung im Jahr 2005.
Bestandsgeschichte Der Bestand wurde im Juni 2010 von Judith Claude dem Archiv übergeben.
Form und Inhalt Der Bestand enthält Protokolle der Jahresversammlungen sowie der Vorstandssitzungen; Statuten, Adresslisten, Jahresbericht, Einladungen, Korrespondenz, Arbeitspapiere, Prospekte, Fragebögen an die einzelnen Sektionen, Protokolle der Kantonalpräsidentinnenversammlungen, Berichterstattungen, Fotos.
Neuzugänge Es werden keine Nachlieferungen erwartet.
Zugangsbestimmungen Der Bestand ist im Archiv für Frauen-, Geschlechter- und Sozialgeschichte Ostschweiz ohne Benutzungseinschränkungen einsehbar.
Sprache/Schrift Deutsch
Bearbeiter:in und Zeitraum der Verzeichnung Judith Grosse, Dezmeber 2025
Verzeichnisgrundsätze

Die Verzeichnung folgt dem internationalen Archivstandard ISAD(G).